Richtlinien

für die Aufnahme
als Verbandsprüfer im BPP

1) Philatelisten, die Verbandsprüfer werden wollen, bewerben sich schriftlich beim Geschäftsführer des Bundes Philatelistischer Prüfer e. V. (BPP).

Bewerbungen müssen spätestens am 31. Oktober des Jahres vorliegen, das der über die Bewerbung entscheidenden Mitgliederversammlung vorausgeht.

Bewerber sollten das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wobei Ausnahmen in begründeten Fällen möglich sind.

Das gewählte Prüfgebiet ist genauestens, möglichst unter Angabe der MICHEL-Nummern zu beschreiben.

Der Bewerbung sind beizufügen:

a) ein allgemeiner Lebenslauf mit polizeilichem Führungszeugnis sowie ein philatelistischer Lebenslauf
b) eine Aufstellung über die zur Verfügung stehende Literatur
c) ein Nachweis einer Datei über wesentliche Stücke des Prüfgebietes und Fälschungen
d) eine Beschreibung des Umfangs und Inhaltes der eigenen Prüfsammlung (Marken, Abstempelungen usw.)
e) die Angabe der zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel unter Angabe des Herstellers (UV-Lampe, wissenschaftliches Mikroskop, Fotoausrüstung, Fotokopiergerät, Computer, Drucker, Scanner usw.)
f) der Nachweis einer Mitgliedschaft im BDPh bzw. APHV, für Sammler ist eine Mitgliedschaft im BDPh, für Händler eine solche im APHV zwingend vorgeschrieben
g) der Nachweis der Aufnahme als Prüfer von INFLA-Berlin - Verein der Deutschlandsammler e. V. - bei dem Prüfgebiet Deutsche Inflation
h) in der Regel eine Stellungnahme von zwei ordentlichen Mitgliedern, die den Antrag unter Beigabe einer ausführlichen Begründung befürworten. Soweit es für das gewählte Gebiet bereits Prüfer gibt, soll die Stellungnahme durch diese erfolgen.
i) die Angabe der E-Mail-Adresse.

Wenn diese Unterlagen nicht lückenlos beigefügt sind, erfolgt keine Bearbeitung des Antrags.

2) Die Bewerbungen werden vom Geschäftsführer des BPP den Präsidenten des Bundes Deutscher Philatelisten e. V. (BDPh), des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandels e. V. (APHV) und des Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer e. V. (BDB) bis zum 1. März des Folgejahres zur Stellungnahme zugeleitet. Den Mitgliedern des BPP werden die Bewerbungen in einem Rundschreiben zur Kenntnis gebracht.

3) Die Bewerber um eine außerordentliche Mitgliedschaft haben sich einer ersten Prüfung durch die Verbandsprüfstelle des BPP zu unterziehen, die folgende Bereiche umfasst:

  • Allgemeine Kenntnisse der Philatelie, Geschichte, Fachausdrücke
  • Aussortieren von echten, falschen bzw. reparierten Marken
  • Papier, Farben, Gummi, Zähnung, Wasserzeichen
  • Druckverfahren
  • Entwertungen
  • Ausstellung eines Attestes

Die Prüfung findet in der Regel drei bis vier Monate vor der Jahreshauptversammlung statt. Der Vorstand kann in begründeten Fällen von dem Erfordernis der Teilnahme an dieser Prüfung absehen.

4) Nach erfolgreich abgelegter erster Prüfung ist vor einer vom Vorstand des BPP bestimmten Prüfungskommission eine zweite Prüfung am Tage vor der Mitgliederversammlung in dem gewählten Prüfgebiet abzulegen. Themen sind z. B.:

  • Kenntnisse im gewählten Prüfgebiet
  • Erläuterung des Bewerbers über das Vorgehen bei Prüfungen
  • Aussortieren von echten, falschen bzw. reparierten Marken und Belegen sowie Abstempelungen
  • Ausstellung eines Attestes über eine von der Prüfungskommission vorgelegte Marke

Die Mitglieder der Prüfungskommission, der Vorstand des BPP und die Vertreter der vorgenannten Verbände sind berechtigt, sich von ihnen ausgewählte Teile des Vergleichsmaterials vorlegen zu lassen.

Spätestens vier Wochen vor der durchzuführenden Prüfung des Bewerbers durch die Prüfungskommission erfolgen - soweit möglich - Testsendungen mit einer dem Prüfgebiet angemessenen Anzahl von Prüfvorlagen zur Bearbeitung an den Bewerber. Diese muss innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Über die Ergebnisse wird die Mitgliederversammlung vor der Abstimmung über die Aufnahme des Bewerbers unterrichtet.

5) Die Prüfungskommission ist weder verpflichtet noch sind einzelne Mitglieder der Kommission berechtigt, den Bewerber über das Ergebnis der durchgeführten Prüfung zu unterrichten.

Das Ergebnis der durchgeführten Prüfung ist durch Abstimmung aller Kommissionsmitglieder über die Eignung des Bewerbers als Verbandsprüfer mit ja oder nein festzustellen. Enthaltungen von Prüfungs-kommissionsmitgliedern über die Eignung des geprüften Bewerbers sind nicht zulässig. Die Prüfungskommission berichtet der Mitgliederversammlung über Verlauf und Ergebnis der erfolgten Prüfung des Bewerbers. Sie gibt der Mitgliederversammlung eine unverbindliche Empfehlung über Aufnahme oder Ablehnung des Bewerbers durch Bekanntgabe des ja/nein-Abstimmungsverhältnisses innerhalb der Prüfungskommission.

6) Bevor die Mitgliederversammlung des BPP über die Aufnahme eines Bewerbers abstimmt, hat dieser die beigefügte Verpflichtungserklärung gemäß § 4 Abs. 3d der Satzung rechtsgültig unterschrieben abzugeben.

7) Erfolgreiche Bewerber können nach persönlicher Vorstellung von der Mitgliederversammlung des BPP als außerordentliche Mitglieder aufgenommen werden. Hierbei sind etwaige Stellungnahmen der Vertreter des BDPh, des APHV und des BDB zu berücksichtigen und der Mitgliederversammlung vorzutragen. In der Regel üben außerordentliche Mitglieder ihre Tätigkeit gemeinsam mit einem Verbandsprüfer (Konsultationspartner) aus. Die anfallenden Prüfvergütungen werden geteilt. Der Konsultationspartner wird vom Vorstand des BPP ernannt.

8) Die Prüfkommission und der Vorstand sind berechtigt, zusätzliche Bedingungen anzuordnen.

9) Jeder Bewerber auf eine außerordentliche Mitgliedschaft hat eine Kostenpauschale von € 250,00 bei der Abgabe der Bewerbung durch Überweisung auf das Konto des Vereins (VR-Bank Rhein-Erft e. G., Konto-Nummer 12 300 018, BLZ 371 612 89, BIC GENODED1BRH, IBAN DE53371612890012300018) zu entrichten. Diese wird zur Hälfte zurückbezahlt, falls der Bewerber nicht zur zweiten Prüfung zugelassen wird.

10) Ist ein Prüfer bereits einmal erfolgreich auf Grundlage dieser Richtlinien für die Aufnahme als Verbandsprüfer im BPP geprüft und von der Mitgliederversammlung aufgenommen worden, ist seine Mitgliedschaft aber zwischenzeitlich aus Gründen, die nicht seine persönliche Eignung als Prüfer in Frage gestellt haben, erloschen, so kann der Prüfer auf Antrag nach erfolgter Zustimmung des Vorstandes durch Beschluss der Mitgliederversammlung wieder als außerordentliches oder ordentliches Mitglied in den BPP aufgenommen werden.

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