Eine neue Homepage für den BPP
(bpp-gg) Am 25. April war die Geburtsstunde der neuen
Homepage des BPP: Während er den von ihm selbst erstellten Internetauftritt
noch dem staunenden Publikum erläuterte, schaltete Tobias Huylmans die Seite
frei, so dass die Kollegen im Saal sich auf ihren Rechnern das Ergebnis sofort anschauen
konnten.
Das Ganze fand in Nürnberg am letzten Aprilwochenende bei
der diesjährigen „Prüfertagung“ des BPP statt, die in der Satzung schlicht
Mitgliederversammlung heißt. Aber die vier Tage sind immer ein bisschen mehr
als ein reines Treffen zum Abarbeiten satzungsmäßiger Routinen. Es beginnt am
Donnerstag mit einer Vorstandssitzung, in der die letzten Vorbesprechungen zum
Programm der nächsten drei Tage laufen. Gegen Abend treffen die für Freitag
eingeladenen Prüfungskandidaten und Mitglieder der jeweiligen Prüfungskommissionen
ein, im Hotelrestaurant sind etliche Tische besetzt, es gibt fast durchweg
fränkischen Spargel.
Am Freitagmorgen um 10 Uhr beginnt der Reigen von drei
Erst- und weiteren drei Erweiterungsprüfungen. Insgesamt zwölf erfahrene Prüfer
bilden abwechselnd die Prüfungskommissionen, die aus jeweils drei
BPP-Mitgliedern bestehen und den Kandidaten Einiges abverlangen, bevor nach
zwei- bis vierstündiger Prüfdauer das Signal zum Zusammenpacken des umfangreich
ausliegenden Prüf- und Vergleichsmaterials gegeben wird. Um 17 Uhr treffen sich
die Mitglieder der Prüfungskommissionen hinter verschlossenen Türen und besprechen
die Prüfungsergebnisse, erfahren das Votum der jeweiligen Kommissionen und
einigen sich auf einen Konsultationspartner, der die ersten zwei bis vier Jahre
der Prüftätigkeit das Vier-Augen-Prinzip sicherstellt, mit dem ein Höchstmaß an
Prüfsicherheit erzeugt wird.

Drei neue Mitglieder stellen sich der Versammlung vor: Esa Kärkäs, Markus Gropp und Ralph Ebner (v. l. n. r.)
Inzwischen sind immer mehr Teilnehmer der Prüfertagung eingetroffen, haben ihre Zimmer bezogen und treffen sich in der Lobby oder der Hotelbar. Es ist wie bei einem Familientreffen, man begrüßt sich freundlich bis überschwänglich und stellt fest, wie schnell doch das letzte Jahr vergangen ist, seitdem man sich - gefühlt doch gerade erst vorgestern - hier voneinander verabschiedet hatte.
Um 19.30 Uhr lädt der Vorstand alle bisher Angereisten zur traditionellen Fortbildungsveranstaltung in den großen Versammlungssaal, wo Tobias Huylmans und Michael Jäschke-Lantelme dieses Jahr gut gelaunt und fachlich gewohnt präzise über Zähnungen bei Briefmarken referieren. Es ist die Stunde, in der auch „alte Hasen“ noch etwas dazulernen können.
Am Samstagmorgen beginnt um 10 Uhr die eigentliche
Mitgliederversammlung. Der Saal ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt,
alle geladenen Gäste von APHV, BDPh, BDB und MICHEL sind eingetroffen.
Präsident Geigle begrüßt die Anwesenden und schickt als Erstes die drei
Neubewerber Ralph Ebner, Markus Gropp und Esa Kärkäs vor die Tür, damit die
Versammlung über deren Aufnahme entscheiden kann. Nachdem die Leiter der
jeweiligen Prüfungskommission das positive Prüfungsergebnis vorgetragen haben,
werden alle drei Herren einstimmig in den BPP aufgenommen. Danach geht es zügig
durch die Tagesordnung, drei Prüfgebietserweiterungen werden einstimmig
genehmigt, die Satzung geändert, zwei Sonderprüfordnungen auf den neuesten
Stand gebracht, die „Philatelistischen Begriffsbestimmungen und Erläuterungen“
ergänzt und für zwölf ältere Mitglieder die Prüftätigkeit um weitere zwei Jahre,
ebenfalls einstimmig, verlängert. Dies alles geschieht in einer vollkommen
entspannten Atmosphäre, so dass Präsident Christian Geigle schon um kurz vor 15
Uhr unter dem 16. und letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ zum Festabend
einladen kann, der um 19 Uhr beginnt.

Blick in einen Teil des vollbesetzten Sitzungssaales.
Hier gibt es gleich zu Beginn eine Überraschung: Laudator
Peter Sem hält eine amüsante Rede auf den Auserwählten für den renommierten
Köhler-Preis, bei der den Zuhörern nach und nach klar wird, um wen es sich
handelt: Dr. Peter Provinsky, seit 2001 Mitglied im BPP, Prüfer für Deutsche
Kolonien, hat in den elf Jahren als Vizepräsident des BPP federführend das
„Prüferhandbuch“ gestaltet, in dem alle Regelwerke des BPP zusammengefasst
sind. „PP“, wie sein Kürzel im Vorstand lautet, hat immer wieder
Überarbeitungen und Neufassungen geliefert - für das kommende und für ihn
letzte Jahr seiner Vorstandstätigkeit hat er sich noch die letzte offene
Sonderprüfordnung und eine Geschäftsordnung für die Vorstandsarbeit
vorgenommen. Seine Expertise als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater hat dem
BPP ein weltweit einmaliges und vorbildliches Regelwerk beschert. Der lang
anhaltende Applaus für den Preisträger von den Mitgliedern und Gästen im
Festsaal unterstreicht das nachhaltig.
Der diesjährige Köhler-Preisträger Dr. Peter Provinsky (2. v. r.), umrahmt von Laudator Peter Sem, dem Geschäftsführer des Auktionshauses und Preisstifters Heinrich Köhler, Tobias Huylmans, und dem Präsidenten des BPP, Christian Geigle (v. l. n. r.)
Am Sonntagmorgen ist für viele Teilnehmer nach dem Frühstück die Heimfahrt angesagt. Man verabschiedet sich und verspricht sich, nächstes Jahr gesund und munter wiederzukommen. Für elf „junge“ Prüfer, die seit 2022 Mitglieder geworden sind, wird es aber noch einmal interessant. Vizepräsident Michael Ehrig und Präsident Christian Geigle veranstalten ein Weiterbildungsseminar zu den beiden Themenkreisen „Die Regularien des BPP“ und „Die Bearbeitung einer Prüfsendung“. Satte einhundertfünf (!) Folien umfasst der PowerPoint-Vortrag, den man gemeinsam durcharbeitet, Fragen klärt und so viel Wissen wie nur irgendwie möglich in den vorgesehenen sieben Stunden vermittelt. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer ist großartig, die Zeit vergeht wie im Flug, und um 17 Uhr hat auch der letzte Teilnehmer das Hotel verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. Man kommt ja bald wieder...