Jahreshauptversammlung 2026

Eine neue Homepage für den BPP


(bpp-gg) Am 25. April war die Geburtsstunde der neuen Homepage des BPP: Während er den von ihm selbst erstellten Internetauftritt noch dem staunenden Publikum erläuterte, schaltete Tobias Huylmans die Seite frei, so dass die Kollegen im Saal sich auf ihren Rechnern das Ergebnis sofort anschauen konnten.

Das Ganze fand in Nürnberg am letzten Aprilwochenende bei der diesjährigen „Prüfertagung“ des BPP statt, die in der Satzung schlicht Mitgliederversammlung heißt. Aber die vier Tage sind immer ein bisschen mehr als ein reines Treffen zum Abarbeiten satzungsmäßiger Routinen. Es beginnt am Donnerstag mit einer Vorstandssitzung, in der die letzten Vorbesprechungen zum Programm der nächsten drei Tage laufen. Gegen Abend treffen die für Freitag eingeladenen Prüfungskandidaten und Mitglieder der jeweiligen Prüfungskommissionen ein, im Hotelrestaurant sind etliche Tische besetzt, es gibt fast durchweg fränkischen Spargel.

Am Freitagmorgen um 10 Uhr beginnt der Reigen von drei Erst- und weiteren drei Erweiterungsprüfungen. Insgesamt zwölf erfahrene Prüfer bilden abwechselnd die Prüfungskommissionen, die aus jeweils drei BPP-Mitgliedern bestehen und den Kandidaten Einiges abverlangen, bevor nach zwei- bis vierstündiger Prüfdauer das Signal zum Zusammenpacken des umfangreich ausliegenden Prüf- und Vergleichsmaterials gegeben wird. Um 17 Uhr treffen sich die Mitglieder der Prüfungskommissionen hinter verschlossenen Türen und besprechen die Prüfungsergebnisse, erfahren das Votum der jeweiligen Kommissionen und einigen sich auf einen Konsultationspartner, der die ersten zwei bis vier Jahre der Prüftätigkeit das Vier-Augen-Prinzip sicherstellt, mit dem ein Höchstmaß an Prüfsicherheit erzeugt wird.

Drei neue Mitglieder stellen sich der Versammlung vor: Esa Kärkäs, Markus Gropp und Ralph Ebner (v. l. n. r.)

Drei neue Mitglieder stellen sich der Versammlung vor: Esa Kärkäs, Markus Gropp und Ralph Ebner (v. l. n. r.)


Inzwischen sind immer mehr Teilnehmer der Prüfertagung eingetroffen, haben ihre Zimmer bezogen und treffen sich in der Lobby oder der Hotelbar. Es ist wie bei einem Familientreffen, man begrüßt sich freundlich bis überschwänglich und stellt fest, wie schnell doch das letzte Jahr vergangen ist, seitdem man sich - gefühlt doch gerade erst vorgestern - hier voneinander verabschiedet hatte.

Um 19.30 Uhr lädt der Vorstand alle bisher Angereisten zur traditionellen Fortbildungsveranstaltung in den großen Versammlungssaal, wo Tobias Huylmans und Michael Jäschke-Lantelme dieses Jahr gut gelaunt und fachlich gewohnt präzise über Zähnungen bei Briefmarken referieren. Es ist die Stunde, in der auch „alte Hasen“ noch etwas dazulernen können.

Am Samstagmorgen beginnt um 10 Uhr die eigentliche Mitgliederversammlung. Der Saal ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, alle geladenen Gäste von APHV, BDPh, BDB und MICHEL sind eingetroffen. Präsident Geigle begrüßt die Anwesenden und schickt als Erstes die drei Neubewerber Ralph Ebner, Markus Gropp und Esa Kärkäs vor die Tür, damit die Versammlung über deren Aufnahme entscheiden kann. Nachdem die Leiter der jeweiligen Prüfungskommission das positive Prüfungsergebnis vorgetragen haben, werden alle drei Herren einstimmig in den BPP aufgenommen. Danach geht es zügig durch die Tagesordnung, drei Prüfgebietserweiterungen werden einstimmig genehmigt, die Satzung geändert, zwei Sonderprüfordnungen auf den neuesten Stand gebracht, die „Philatelistischen Begriffsbestimmungen und Erläuterungen“ ergänzt und für zwölf ältere Mitglieder die Prüftätigkeit um weitere zwei Jahre, ebenfalls einstimmig, verlängert. Dies alles geschieht in einer vollkommen entspannten Atmosphäre, so dass Präsident Christian Geigle schon um kurz vor 15 Uhr unter dem 16. und letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ zum Festabend einladen kann, der um 19 Uhr beginnt. 

Blick in einen Teil des vollbesetzten Sitzungssaales


Blick in einen Teil des vollbesetzten Sitzungssaales.


Hier gibt es gleich zu Beginn eine Überraschung: Laudator Peter Sem hält eine amüsante Rede auf den Auserwählten für den renommierten Köhler-Preis, bei der den Zuhörern nach und nach klar wird, um wen es sich handelt: Dr. Peter Provinsky, seit 2001 Mitglied im BPP, Prüfer für Deutsche Kolonien, hat in den elf Jahren als Vizepräsident des BPP federführend das „Prüferhandbuch“ gestaltet, in dem alle Regelwerke des BPP zusammengefasst sind. „PP“, wie sein Kürzel im Vorstand lautet, hat immer wieder Überarbeitungen und Neufassungen geliefert - für das kommende und für ihn letzte Jahr seiner Vorstandstätigkeit hat er sich noch die letzte offene Sonderprüfordnung und eine Geschäftsordnung für die Vorstandsarbeit vorgenommen. Seine Expertise als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater hat dem BPP ein weltweit einmaliges und vorbildliches Regelwerk beschert. Der lang anhaltende Applaus für den Preisträger von den Mitgliedern und Gästen im Festsaal unterstreicht das nachhaltig.

Der diesjährige Köhler-Preisträger Dr. Peter Provinsky (2. v. r.), umrahmt von Laudator Peter Sem, dem Geschäftsführer des Auktionshauses und Preisstifters Heinrich Köhler, Tobias Huylmans, und dem Präsidenten des BPP, Christian Geigle (v. l. n. r.)Der diesjährige Köhler-Preisträger Dr. Peter Provinsky (2. v. r.), umrahmt von Laudator Peter Sem, dem Geschäftsführer des Auktionshauses und Preisstifters Heinrich Köhler, Tobias Huylmans, und dem Präsidenten des BPP, Christian Geigle (v. l. n. r.)

Am Sonntagmorgen ist für viele Teilnehmer nach dem Frühstück die Heimfahrt angesagt. Man verabschiedet sich und verspricht sich, nächstes Jahr gesund und munter wiederzukommen. Für elf „junge“ Prüfer, die seit 2022 Mitglieder geworden sind, wird es aber noch einmal interessant. Vizepräsident Michael Ehrig und Präsident Christian Geigle veranstalten ein Weiterbildungsseminar zu den beiden Themenkreisen „Die Regularien des BPP“ und „Die Bearbeitung einer Prüfsendung“. Satte einhundertfünf (!) Folien umfasst der PowerPoint-Vortrag, den man gemeinsam durcharbeitet, Fragen klärt und so viel Wissen wie nur irgendwie möglich in den vorgesehenen sieben Stunden vermittelt. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer ist großartig, die Zeit vergeht wie im Flug, und um 17 Uhr hat auch der letzte Teilnehmer das Hotel verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. Man kommt ja bald wieder...